
Microsoft 365 ist in den meisten KMU lĂ€ngst die Grundlage des Arbeitsalltags. Outlook fĂŒr Mail, Teams fĂŒr Kommunikation, SharePoint fĂŒr Dokumente, dazu Office und ein Berechtigungssystem ĂŒber Entra ID, das IdentitĂ€ten und Zugriffe regelt. Nur HR lĂ€uft oft daneben: Personaldaten in Excel-Listen, VertrĂ€ge als PDF auf einem Laufwerk, Bewerbungen im Postfach und Schulungsnachweise in einer separaten Cloud-Lösung, die niemand sonst im Haus nutzt.
Damit entsteht eine paradoxe Lage. Das Unternehmen hat eine durchgĂ€ngige Plattform, auf der fast alle Prozesse laufen, und ausgerechnet der datenintensivste und sensibelste Bereich liegt auĂerhalb davon. Dieser Artikel zeigt, was eine HR-Software auf Microsoft 365 leisten kann, wo die reine Bordmittel-Lösung an Grenzen stöĂt, und was es konkret bedeutet, Personalprozesse im eigenen System abzubilden, statt eine weitere Insellösung einzufĂŒhren.
Eine HR-Software ist mehr als ein digitaler Aktenschrank. Wer Papierordner einscannt und auf ein Laufwerk legt, hat weniger Papier, aber denselben unstrukturierten Datenhaushalt wie vorher. Gefragt sind durchgĂ€ngige Prozesse ĂŒber die Bereiche hinweg, die in einem KMU anfallen:
Ăber allem steht die DSGVO. Personaldaten sind besonders schĂŒtzenswert, und Art. 28 DSGVO verlangt fĂŒr jede Datenverarbeitung durch Dritte einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Schon diese Anforderung spricht dafĂŒr, genau zu wissen, wo HR-Daten liegen und wer darauf zugreift.
Der naheliegendste Ort fĂŒr HR-Prozesse ist die Plattform, die ohnehin schon da ist. Microsoft 365 bringt fĂŒr HR drei Bausteine mit, die eine HR-Software sonst erst aufbauen mĂŒsste. SharePoint liefert die Datenschicht mit Listen, Bibliotheken, Versionierung und feingranularen Berechtigungen. Entra ID regelt IdentitĂ€ten und Zugriff ĂŒber dieselben Konten, mit denen sich die Mitarbeitenden ohnehin anmelden. Und die Microsoft-Umgebung stellt die Werkzeuge bereit, um Dokumente zu erzeugen, abzulegen und gemeinsam zu bearbeiten.
FĂŒr ein KMU heiĂt das: weniger Schnittstellen, weniger Datenkopien, ein Datenschutzkonzept statt zwei. GröĂere Unternehmen mit spezifischen HR-Prozessen schĂ€tzen denselben Punkt aus einem anderen Grund, weil sich die HR-Lösung in eine bestehende, geprĂŒfte Governance einfĂŒgt, statt sie zu unterlaufen. Eine HR-Software in der Microsoft-Umgebung ist deshalb eine bewusste Architekturentscheidung und keine Behelfslösung.
Der Satz "HR-Software ohne neues System" wird gern zu weit gedehnt, deshalb hier die Abgrenzung. Eine HR-Software auf Microsoft 365 ist sehr wohl eine eigene Software mit eigener Logik. Wer sie einfĂŒhrt, muss sich einarbeiten, und HR muss neue AblĂ€ufe lernen.
Was tatsĂ€chlich entfĂ€llt, ist die neue, eigene Infrastruktur. Es kommt keine fremde Cloud-Insel dazu, in die Personaldaten ausgelagert werden. Die Daten liegen im eigenen, bestehenden SharePoint, im eigenen Microsoft-Tenant, unter der eigenen Verwaltung. Wer SharePoint und Teams im Haus ohnehin intensiv nutzt, hat zusĂ€tzlich einen hohen Wiedererkennungswert in der OberflĂ€che, und die Einarbeitung fĂ€llt dadurch kĂŒrzer aus. KĂŒrzer, nicht null.
Hinzu kommt ein Effekt, den eine externe Insellösung gar nicht haben kann. Liegt das Intranet bereits auf SharePoint, stĂŒtzen sich HR-Bereich und Intranet gegenseitig. Mitarbeitende, die ohnehin tĂ€glich im selben Umfeld arbeiten, finden HR-Inhalte dort, wo sie ohnehin schon sind, und beide Bereiche stĂŒtzen sich bei Sichtbarkeit und Akzeptanz, statt um die Aufmerksamkeit der Belegschaft zu konkurrieren. Die Formel lautet also: vertraute Umgebung statt vertrautes Produkt, eigene Infrastruktur statt fremde Insel.
Der gröĂte Vorteil der Architektur ist gleichzeitig ihr stĂ€rkstes Compliance-Argument. HR-Daten verlassen den eigenen Tenant nicht. Sie liegen dort, wo auch der Rest der Unternehmensdaten liegt, mit gemeinsamen Backup-, Aufbewahrungs- und Löschregeln.
Die Berechtigungslogik kommt aus SharePoint und Entra ID. Wer welche Akte sehen darf, lÀsst sich rollenbasiert und feingranular steuern, bis hinunter auf einzelne Dokumente. Das ist bei Personaldaten kein Komfort, sondern Pflicht, weil eine Lohnabrechnung andere Augen vertrÀgt als ein Schulungsnachweis. Der Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO bleibt nötig, fÀllt aber schlanker aus, weil die eigentliche Datenhaltung im eigenen Tenant verbleibt und Subprozessoren klar benennbar sind.
Die regulatorische Lage im DACH-Raum verschĂ€rft den Anspruch an saubere Datenhaltung ohnehin. In Deutschland verlangt die BVV ab dem 1. Januar 2027 die elektronische FĂŒhrung bestimmter Entgeltunterlagen. In der Schweiz gilt das revidierte Datenschutzgesetz seit September 2023 mit eigenen Dokumentations- und Auskunftspflichten. Und die EU-Entgelttransparenzrichtlinie 2023/970 wird ab 2027 belastbare Zahlen zur Lohngleichheit verlangen, deren Datenbasis nicht ĂŒber Nacht entsteht. Wer seine digitale Personalakte heute sauber aufsetzt, hat die Grundlage dafĂŒr schon im Haus.
So tragfĂ€hig die Basis ist, eine reine Eigenentwicklung in SharePoint ist trotzdem nicht der einfachste Weg. SharePoint-Listen eignen sich hervorragend fĂŒr strukturierte Ablage, aber HR braucht mehr als Ablage. Es braucht Workflows mit Freigaben, FristenĂŒberwachung fĂŒr auslaufende VertrĂ€ge und Probezeiten, Dokumentengenerierung aus Stammdaten, ein durchdachtes Rollenmodell und Revisionssicherheit.
All das lÀsst sich in SharePoint nachbauen, kostet aber Entwicklungsaufwand, internes Know-how und laufende Pflege bei jedem Microsoft-Update. Was als pragmatische Bastellösung beginnt, wird mit jeder neuen Anforderung aufwendiger zu warten. An diesem Punkt trennt sich die Frage, ob Microsoft 365 die richtige Plattform ist, von der Frage, ob man die HR-Logik darauf selbst entwickelt oder eine fertige Lösung nutzt, die genau diese Plattform als Fundament verwendet.
Eine HR-Software muss nicht in einem groĂen Wurf eingefĂŒhrt werden. Sinnvoller ist ein modularer Aufbau, der dort startet, wo der Druck am gröĂten ist. In den meisten KMU ist das die Personalakte, weil dort die meisten Daten und die meisten Compliance-Anforderungen zusammenkommen. Von dort lassen sich Recruiting, Onboarding und Schulungen schrittweise ergĂ€nzen, sobald die Basis steht. Wie ein durchgĂ€ngiger Onboarding-Prozess in Microsoft 365 von Tag 1 bis Tag 90 aussieht, lĂ€sst sich als eigener Baustein vertiefen.
Dieser Weg hat zwei Vorteile. Erstens bleibt die EinfĂŒhrung beherrschbar, weil HR einen Bereich nach dem anderen umstellt, statt alles gleichzeitig. Zweitens zahlt das Unternehmen nur fĂŒr das, was es wirklich braucht. Wie sich die Module kombinieren lassen, hĂ€ngt am konkreten Bedarf, nicht an einem starren Komplettpaket.
pemundo baut genau auf diesem Fundament auf. Die HR-Software lĂ€uft im eigenen Microsoft-365-Tenant des Kunden, die Daten bleiben im bestehenden SharePoint, und die Berechtigungen folgen der vorhandenen Microsoft-Logik. Statt einer weiteren Insellösung entsteht eine HR-Schicht, die sich in die gewohnte Umgebung einfĂŒgt. Modular aufgebaut deckt sie die zentralen Prozesse ab: pemundo Core (Personalakte) als Fundament, pemundo Boarding fĂŒr strukturierte On- und Offboarding-AblĂ€ufe, pemundo Recruiting fĂŒr das Bewerbermanagement und pemundo Learn (Schulungsmanagement) fĂŒr die nachweisbare Schulungsverwaltung. EingefĂŒhrt wird in der Reihenfolge, die zum Unternehmen passt, nicht nach einem festen Schema.
Wir zeigen dir in 30 Minuten, wie HR-Prozesse direkt in deiner bestehenden Microsoft-365-Umgebung aussehen können, von der Personalakte bis zum Onboarding, mit deinen Daten in deinem eigenen Tenant und einem klaren Berechtigungskonzept.
Die HR-Software setzt auf den bestehenden Microsoft-365-Lizenzen auf und nutzt SharePoint und Entra ID, die im Tenant bereits vorhanden sind. FĂŒr die HR-Lösung selbst fallen eigene Kosten an, die sich am gewĂ€hlten Modulumfang orientieren. Eine zusĂ€tzliche Infrastruktur auĂerhalb des Tenants ist nicht nötig.
Es handelt sich um eine eigene Software, die HR neue AblĂ€ufe abverlangt, also gibt es eine Einarbeitung. FĂŒr die Belegschaft fĂ€llt sie meist kurz aus, weil die OberflĂ€che in der vertrauten Microsoft-Umgebung liegt und sich an bekannten Mustern orientiert. Wer SharePoint und Teams ohnehin nutzt, erkennt vieles wieder.
Im eigenen Microsoft-365-Tenant, konkret im bestehenden SharePoint des Unternehmens. Die Daten verlassen die eigene Umgebung nicht, es gelten dieselben Backup-, Aufbewahrungs- und Berechtigungsregeln wie fĂŒr die ĂŒbrigen Unternehmensdaten. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO regelt die verbleibenden Verarbeitungsschritte.
Gerade dort, weil kleine HR-Teams selten KapazitĂ€t fĂŒr den Aufbau und die Pflege einer SharePoint-Eigenentwicklung haben. Ein modularer Start mit der digitalen Personalakte hĂ€lt den Aufwand niedrig und schafft trotzdem sofort eine saubere, DSGVO-konforme Datenbasis, die mit dem Bedarf mitwĂ€chst.
