
Die meisten KMU haben mehr HR-Daten, als ihnen bewusst ist. Bewerbungen, Eintritte und Austritte, Abwesenheiten, Schulungen, Gehälter, all das fällt ohnehin täglich an. Es liegt nur verstreut in Excel-Listen, im Lohnsystem und in einzelnen Postfächern und wird deshalb kaum genutzt. Das Problem im HR-Reporting ist selten, dass Daten fehlen. Es fehlt der Weg, aus ihnen etwas Nutzbares zu machen.
Hier setzt Power BI an, das Auswertungswerkzeug aus der Microsoft-Welt. Dieser Artikel zeigt, warum HR-Reporting in KMU oft nicht am Datenmangel scheitert, mit welcher Kennzahl du sinnvoll startest, und wie der Weg von der Excel-Liste zum automatisierten Dashboard aussieht, inklusive der Frage, was Power BI wirklich kostet.
Ein verbreiteter Reflex lautet, man brauche erst ein großes System, bevor sich Reporting lohne. Das ist selten der Kern des Problems. Häufiger scheitert es an zwei anderen Dingen.
Das erste ist der fehlende Fokus. Wer mit zwanzig Kennzahlen startet, obwohl das Unternehmen fünfzig Mitarbeitende hat, produziert Zahlenfriedhöfe, die niemand liest und aus denen keine Entscheidung folgt. Sinnvoll ist der umgekehrte Weg: eine Kennzahl, die tatsächlich eine Frage beantwortet, sauber erheben und im Blick behalten.
Das zweite ist die Aufbereitung. Viele KMU führen ihr Reporting in manuell gepflegten Excel-Tabellen. Das funktioniert, ist aber fehleranfällig und bindet Zeit, weil jede Auswertung von Hand aktualisiert wird. Ein falscher Bezug, eine verschobene Spalte, und die Zahl stimmt nicht mehr. Beim HR Reality Check 2026 hat Tim Verhoeven diesen Punkt auf den Kern gebracht: Die Daten sind da, die meisten Unternehmen wissen nur nicht, was sie damit anfangen sollen.
Der Einstieg entscheidet sich daran, wo im Unternehmen gerade der Druck am größten ist. Zwei Kennzahlen taugen für fast jedes KMU als Startpunkt.
Wenn das Besetzen offener Stellen das drängendste Thema ist, ist die Time-to-hire die naheliegende erste Kennzahl, also die Zeit von der Ausschreibung bis zur Zusage. Sie zeigt, wo im Recruiting-Prozess Zeit verloren geht. Steht dagegen das Halten der Belegschaft im Vordergrund, ist die Fluktuationsrate der bessere Einstieg, weil sie früh anzeigt, ob und wo Menschen das Unternehmen verlassen.
Das Prinzip bleibt in beiden Fällen dasselbe: eine Kennzahl, die eine Entscheidung auslöst, statt einer Sammlung von Zahlen, die nur den Bericht füllen. Von diesem einen Punkt aus lässt sich das Reporting später kontrolliert erweitern.
Der Aufbau eines Reportings verlangt in den meisten Fällen keine Neuinvestition in ein weiteres System. Die relevanten Daten existieren bereits, sie müssen nur an einen nutzbaren Ort. In einem Microsoft-365-Umfeld liegt vieles davon ohnehin schon in SharePoint, sobald HR-Prozesse dort abgebildet sind.
Die digitale Personalakte liefert Stammdaten, Eintritte und Austritte. Recruiting-Daten für die Time-to-hire fallen im Bewerbungsprozess an, Schulungsdaten in der Kursverwaltung. Wenn HR ohnehin in der Microsoft-365-Umgebung läuft, entsteht die Datenbasis für das Reporting als Nebenprodukt der täglichen Arbeit, statt in einem separaten Schritt gesammelt zu werden.
Der Weg zu einem belastbaren HR-Reporting führt über drei Stufen, die aufeinander aufbauen. Man muss nicht auf der letzten anfangen.
Für viele KMU ist die Excel-Stufe der richtige Startpunkt, weil sie sofort funktioniert und nichts Zusätzliches braucht. Power BI ist der Schritt, der sich lohnt, sobald das Reporting regelmäßig gebraucht wird und die manuelle Pflege zu viel Zeit kostet.
Power BI ist das Auswertungswerkzeug im Microsoft-Ökosystem und spielt seine Stärke im HR-Reporting an drei Stellen aus. Es liest Daten nativ aus SharePoint und anderen Microsoft-Quellen, ohne dass etwas exportiert werden muss. Es aktualisiert Auswertungen automatisch, statt sie von Hand nachzuziehen. Und es stellt Kennzahlen interaktiv dar, sodass sich etwa Fluktuation nach Abteilung oder Zeitraum filtern lässt.
Bei den Kosten braucht es eine klare Ansage, damit keine falsche Erwartung entsteht. Power BI ist nicht automatisch in jeder Microsoft-365-Lizenz enthalten. Das Erstellen von Berichten mit Power BI Desktop ist kostenfrei, aber sobald Dashboards geteilt und von mehreren Personen genutzt werden sollen, braucht es je nach Setup eine Power-BI-Pro-Lizenz pro Nutzer oder eine Fabric-Kapazität. Anders als die Datenhaltung, die im bestehenden Tenant bleibt, ist Power BI also ein zusätzlicher Baustein mit eigenen Lizenzkosten, den man einplanen sollte. Die konkrete Lizenzform hängt von der vorhandenen Microsoft-Umgebung ab und ist vor der Einführung zu prüfen.
Ein Dashboard ist immer nur so gut wie die Daten darunter. Diese Binsenweisheit wird im HR-Reporting schnell konkret. Wer die Fluktuation nach Abteilung auswerten will, braucht eine saubere Abteilungszuordnung. Wer geschlechtsspezifische Vergütungsvergleiche ziehen will, wie sie die Entgelttransparenz verlangt, braucht vergleichbare Funktionsgruppen.
Diese Vergleichbarkeit entsteht nicht von selbst. Sie setzt voraus, dass Stellen nach einer nachvollziehbaren Logik zu Gruppen zusammengefasst sind. Ein Grading-Add-On liefert dafür die Grundlage, weil sich damit Modellfunktionen definieren und Stellen konsistent einordnen lassen. Erst auf dieser Basis werden Auswertungen wie Vergütungsvergleiche oder die Kennzahlen für den Entgeltbericht belastbar. Ohne saubere Struktur darunter erzeugt auch das schönste Power-BI-Dashboard nur präzise wirkende, aber unzuverlässige Zahlen.
pemundo ist kein eigenes Reporting-Tool, liefert aber die Grundlage, auf der ein Reporting überhaupt trägt. Im pemundo Basic Reporting sind Reporting-Listen enthalten, die die HR-Rohdaten strukturiert und aktuell halten. Aus diesen Listen lässt sich sofort ein Excel-Dashboard bauen, indem die Daten als CSV übernommen werden, und derselbe Datenbestand ist die Basis für ein Power-BI-Reporting, das direkt an die Daten im eigenen SharePoint andockt und sich in die Microsoft-Umgebung einbinden lässt.
Weil die Daten in der digitalen Personalakte, im Bewerber-Management und im Schulungsmanagement ohnehin in derselben Umgebung liegen, entsteht die Reporting-Basis ohne Export und ohne Doppelerfassung. Ein Grading-Add-On ergänzt die Funktionsstruktur, die aussagekräftige Vergleiche erst möglich macht. Die Auswertung selbst übernimmt dann Power BI, aufgesetzt auf Daten, die bereits in der richtigen Form vorliegen.
Wir zeigen dir in 30 Minuten, wie aus den HR-Daten in deiner bestehenden Microsoft-365-Umgebung ein Reporting wird, von den Reporting-Listen über ein schnelles Excel-Dashboard bis zum automatisierten Power-BI-Bericht, der sich direkt in SharePoint einbinden lässt.
Für das Erstellen von Berichten mit Power BI Desktop nicht, das ist kostenfrei. Sobald Dashboards geteilt und von mehreren Personen genutzt werden, braucht es je nach Setup eine Power-BI-Pro-Lizenz pro Nutzer oder eine Fabric-Kapazität. Power BI ist nicht automatisch in jeder Microsoft-365-Lizenz enthalten, die konkrete Situation hängt von der vorhandenen Umgebung ab.
Für ein Power-BI-Dashboard nicht, wenn die Daten in SharePoint liegen, weil Power BI sich direkt damit verbindet. Für den schnellen Einstieg über ein Excel-Dashboard werden die Daten einmalig als CSV übernommen, was ohne zusätzliches Werkzeug funktioniert, aber manuell bleibt.
Mit einer, die zur aktuellen Lage passt. Ist das Besetzen von Stellen das drängende Thema, ist die Time-to-hire der Startpunkt. Geht es um das Halten der Belegschaft, ist die Fluktuationsrate sinnvoller. Wichtiger als die Zahl der Kennzahlen ist, dass die erste eine Entscheidung auslöst.
Als Einstieg ja. Ein Excel-Dashboard aus den Reporting-Listen liefert schnell erste Ergebnisse. Es bleibt aber manuell und fehleranfällig. Sobald das Reporting regelmäßig gebraucht wird, spart die Automatisierung über Power BI Zeit und reduziert Fehler.
